Kulturpolitik

Kulturpolitik muss die gesamte kulturelle Vielfalt schützen und fördern. Es geht um die Freiheit von Kunst und Kultur – sie sind essentiell für offene Gesellschaften.

Kulturelle Teilhabe und Bildung

Mir ist besonders wichtig, dass kulturelle Teilhabe für alle selbstverständlich wird. Die Hürden sind oft vielerorts noch zu hoch, wir brauchen mehr aktive und barrierefreie Angebote.

Ich will, dass kulturelle Bildung für alle Altersgruppen integraler Bestandteil im Sinne eines lebenslangen Lernens wird. Ich wünsche mir, dass möglichst viele Familien und viele Kinder und Jugendliche bundesweit unkompliziert und kostengünstig unsere wunderbaren Museen besuchen und ihre vielfältigen Angebote wahrnehmen können.

Kinder, die frühzeitig die Chance bekommen, sich mit Kunst und Kultur auseinanderzusetzen, kommen meistens besser im Leben zurecht. Die Beschäftigung mit Kunst ist eine gute Grundlage für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, fördert die seelische Gesundheit und die Fähigkeit zu lernen. Dafür ist es notwendig, nicht nur die kulturelle Bildung in Schulen und anderen Einrichtungen zu stärken, sondern insbesondere auch die Arbeitsbedingungen in der Kulturvermittlung für freie Kulturschaffende zu verbessern.

Stadtbibliotheken sollen auch sonntags geöffnet werden – für Familien, für Menschen, die viel arbeiten und für die, denen sonntags die Decke auf den Kopf fällt und die einen Ort brauchen, wo Begegnungen und Bildung möglich ist, ohne dass das extra kostet.

 

Förderung zeitgenössischer Künste

Ich trete dafür ein, dass die zeitgenössischen Künste verlässlich und transparent gefördert werden. Die Förderung von Kunst und Kultur ist eine öffentliche Aufgabe. Neben den klassischen Kulturhäusern (Theater, Opern, Museen) wollen wir Grüne auch kleine, lokale Initiativen wie freie Theatergruppen, interkulturelle Projekte mit Geflüchteten oder Jugendorchester unterstützen.  KünstlerInnen und Kulturschaffende brauchen eine stabile soziale Absicherung und verbesserte Verdienstmöglichkeiten durch Mindestlöhne und Honoraruntergrenzen. Geschlechtergerechtigkeit in der Künstler- und Kulturförderung muss selbstverständlich werden.

 

Erinnerungskultur

Unsere Auseinandersetzung mit Geschichte, insbesondere der Shoa und des Nationalsozialismus, prägt auch unsere gemeinsame Gegenwart und Zukunft. Eine kritische Perspektive auf die Wirkungsgeschichte und den Umgang mit dieser Vergangenheit bietet für uns die Grundlage für unseren Einsatz gegen rechtes Gedankengut. Erinnern für die Zukunft!

Ich streite für eine lebendige Erinnerungskultur, in der zivilgesellschaftliche Partizipation, Multiperspektivität und Meinungsvielfalt ermöglicht werden. Auch deshalb unterstütze ich u.a. die Bremer Initiative für ein Mahnmal, das an die massenhafte Beraubung jüdischer BürgerInnen erinnert, initiiert von der taz, meine volle Unterstützung: sie wurde bottom-up aus der Gesellschaft heraus entwickelt.

 

Und ganz persönlich:

Meine große Liebe gilt dem Theater und mein Dank all den Künstlerinnen und Künstlern, die Tag und Nacht ihre Seelen auswringen, um uns ihren Blick auf die Welt zur Verfügung zu stellen!

© Kirsten Kappert-Gonther