Verständigung hängt nicht von Lauten ab – ein Besuch beim Berufsverband der Gebärdendolmetscher/innen Bremen (breGSD)

Es ist noch gar nicht so lange her, dass gehörlosen Menschen in Deutschland eine höhere Schulbildung verwehrt war, dass es verpönt, in manchen Schulen sogar verboten war, die Gebärdensprache zu verwenden. Es galt die Meinung, gehörlose Menschen müssten sich mit Lauten verständigen, oder eben gar nicht. Das hört sich brutal an, ist es auch. Folgt diese Auffassung doch einem Verständnis von Behinderung als defizitär, einem gesellschaftlichen Anspruch, dass sich Menschen mit Behinderung anzupassen hätten. Über 10 Jahre nach Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention ist noch immer viel zu tun, aber es hat sich auch schon viel getan. Die Gebärdensprache ist weithin anerkannt, Gebärdensprachendolmetscher*innen studieren diese Sprache, wie andere Sprachen eben auch an der Universität. Für die Betroffenen gibt es einen Rechtsanspruch auf Begleitung durch Dometscher*innen bei Behördengängen und Arztbesuchen, auch in der Geburtshilfe. Im Detail gibt es aber immer noch eine Reihe von Schwierigkeiten. Wusstet ihr, dass es bei der Gebärdensprache auch Dialekte gibt und beispielsweise die amerikanische Gebärdensprache sich so sehr von der deutschen unterscheidet, dass manchmal zwischen diesen Sprachen wiederum gedolmetscht werden muss.

Inklusion bleibt noch ein weiter Weg, die Gebärdensprachendolmetscher*innen leisten viel für deren Umsetzung!

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