Leben retten und ans Klima denken – Austausch mit dem Berufsverband der Anästhesist*innen in Bremen

Im Arbeitszimmer von Prof. Dr. Karsten Jaeger, Chefarzt der Anästhesiologie und operativen Intensivmedizin im St. Joseph Stift in Bremen und Vorsitzendem des Bremer Berufsverband der Anästhesist*innen, stehen eine Reihe von musealen Narkosegeräten. Wir hatten uns zum Austausch getroffen, weil ich mehr darüber erfahren wollte, was aus Sicht der Tätigen die Lehren aus der Corona-Pandemie sind. Es erfüllt mich mit großem Respekt, mit wieviel Engagement alle Beteiligten, von der Pflege bis zur Krankenhausdirektion und den Ärzt*innen, sich der Bekämpfung der Pandemie und der Behandlung der Covid-19-Erkrankten widmen. Wir waren uns einig, wie wichtig die Schutzmaßnahmen der Bevölkerung waren und sind und dass wir dankbar sein dürfen, dass Bremen und Deutschland bisher relativ glimpflich davon gekommen ist. Die Hygiene- und Abstandsregeln müssen weiterhin sehr ernst genommen werden, um diese Situation nicht zu verspielen. Beeindruckend war für mich auch das sehr deutliche Plädoyer für bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen in der Pflege. Diese Haltung begegnet mir bei meinen Besuchen in Krankenhäusern immer wieder, es herrscht ein klarer Teamgedanke, Hand in Hand mit den verschiedenen Berufsgruppen im Krankenhaus für die beste Versorgung der Patient*innen. Das finde ich richtungsweisend.

Noch mal zurück zu den musealen Exponaten. Ich wusste nicht, dass flüchtige Narkosegase für etwa 5% der Treibhausemmissionen verantwortlich sind. Früher war das noch mehr, die heutigen modernen Apparate verfügen zum Teil schon über Filter. Hier könnte durch verbindliche Auflagen noch deutlich mehr für den Klimaschutz getan werden. Wieder ein wertvoller Gedanke, den ich mitnehme und an geeigneter Stelle adressieren werde.

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