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PM: Rechtliche Vorgaben und klarer Zeitplan bei Aufarbeitung des kolonialen Erbes notwendig

Im Vorfeld der morgigen Vorstellung des französischen Berichtes zur Restitution kolonialer Raubkunst erklärt Dr. Kirsten Kappert-Gonther, stv. Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien:

„Frankreich macht es vor. Macron will binnen fünf Jahren die Voraussetzungen für die Rückgabe von Kulturgütern aus kolonialen Kontexten an die Herkunftsländer schaffen. Umgesetzt werden soll das mit einer proaktive Rückgabepraxis für alle nicht-legitim erworbenen Objekte. Die Bundesregierung muss dem Beispiel Frankreichs folgen.

Wir brauchen nicht nur eine breitere gesellschaftliche Debatte über unser koloniales Erbe, sondern auch den politischen Willen für konkrete Handlungsschritte und symbolische Gesten à la Macron. Wir brauchen neue gesetzliche Grundlagen zum Umgang mit Objekten aus kolonialen Kontexten, mehr Mittel für Provenienzforschung, und insbesondere einen klaren Zeitrahmen, den die Große Koalition bisher vollständig vermissen lässt. Die Ankündigung im Koalitionsvertrag zur „Aufarbeitung des Kolonialismus“ bleibt ebenso vage wie deren Umsetzung. Wie lange noch sollen tausende Schädel und Gebeine von Opfern der deutschen Kolonialzeit in anthropologischen Sammlungen in Deutschland lagern? Bis wann werden die Bestände in den Museen digitalisiert?

Die Diskussion um die Aufarbeitung des während der deutschen Kolonialherrschaft geschehenen Unrechts gehört in alle gesellschaftlichen Teilbereiche von der Politik über die Künste bis zu Recht, Wirtschaft und Bildung. Das Erbe des Kolonialismus ist durch tradierten Rassismus und Behauptungen von Ungleichwertigkeit vielerorts bis heute wirksam. Es ist dringend an der Zeit, das zu ändern. Wir Grüne fordern deshalb einen Lern- und Erinnerungsort zur Aufarbeitung und zur Suche nach einem verantwortungsvollen Umgang mit unserem kolonialen Erbe.“

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