Kritik an Spahns Vorschlag zur Organspende

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plädierte am 3. September dafür, dass jede Bürgerin und jeder Bürger im Todesfall automatisch zum Organspender wird. Anlässlich dieses Vorstoßes erklärt Kirsten Kappert-Gonther, Obfrau im Gesundheitsausschuss:

„Wir brauchen dringend eine fraktionsübergreifende Debatte zur Widerspruchsregelung im Deutschen Bundestag. Denn Jens Spahn weiß beim Thema Organspende offensichtlich selbst nicht mehr, was er will. Am Freitag stellt er einen Gesetzentwurf vor, der die Verfahren in den Kliniken verbessern soll, am Montag erklärt er, solche Maßnahmen hätten in der Vergangenheit nichts gebracht. Der Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministers sagt selbst: „Als wesentliche Gründe für die anhaltend niedrigen Organspendezahlen werden vor allem strukturelle Defizite verantwortlich gemacht“. Genau diese Defizite gilt es jetzt zu beheben. Dafür müssen wir die Abläufe in den Kliniken verbessern. Das hilft allen Menschen, die händeringend auf ein Organ warten, bedeutend mehr als alle Menschen pauschal zu Organspendern zu erklären. Es wäre fahrlässig die dringend notwendigen Reformen kleinzureden, weil man meint in der Widerspruchsregelung die zentrale Lösung für die bestehenden Probleme gefunden zu haben. Entscheidend ist, dass den Menschen die verzweifelt auf ein Spendeorgan warten auch tatsächlich geholfen wird.”

Dieses Statement wurde u.a. von der Süddeutschen Zeitung, dem Tagesspiegel und der WELT aufgegriffen.

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