Grüne Gesundheitspolitik

Grüne Gesundheitspolitik besteht aus dem Dreiklang Solidarität, Individualität und Prävention.  Darüber hinaus müssen politische Entscheidungen immer auf ihre Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit überprüft und Strukturen gefördert werden, die sich günstig auf die Gesundheit aller auswirken.

Solidarität

Wir brauchen eine solidarische Finanzierung unseres Gesundheitssystems. Das Konzept der Bürgerversicherung ist genau der richtige Vorschlag.

Krankenhäuser in öffentlicher Hand sind notwendiger Bestandteil einer guten, zuverlässigen medizinischen Versorgung aller. Zur GENO finden Sie hier meine Rede in der aktuellen Stunde der Bremischen Bürgerschaft.

Im Grundsatz gilt die Haltung: ambulant vor stationär!

Individualität

So verschieden wie Menschen sind, so unterschiedlich sind auch ihre Bedürfnisse im Kranken- oder Pflegefall. Therapeutische und Behandlungsangebote müssen, genau wie die Angebote zur Hilfe und Pflege alter, kranker oder anders hilfebedürftiger Menschen, individuell und passgenau sein. Insbesondere die hausärztliche, kinderärztliche und psychiatrische Behandlung muss quartiersbezogen organisiert werden.

Prävention

Gesundheit entsteht immer in der Mischung aus inneren und äußeren Bedingungen. Politisch können und müssen wir die äußeren Bedingungen gestalten.

Verkehr und Gesundheit

Wie unsere Mobilität organisiert ist, hat entscheidenden Einfluss auf unsere Gesundheit: Fahrradfahren und zu Fuß gehen ist vor allem gut für die eigene Gesundheit – körperlich und seelisch.  Und natürlich werden weniger Feinstaub, CO2 und andere Umweltgifte produziert, wenn weniger Autos für die individuelle Mobilität gebraucht werden.  In Kopenhagen wurde nachgewiesen, dass sich die Ausgaben für Krankenbehandlung signifikant reduziert haben, nachdem ein besseres Fahrradwegenetz etabliert wurde!

Lärm schadet nachweislich der Gesundheit – nicht nur besonders lauter Lärm, sondern auch ein beständiger Geräuschpegel. Also muss dafür gesorgt werden, dass Lärmquellen (Flugzeuge, Bahn, Auto etc.) reduziert werden.

Bildung und Gesundheit

Bildung und Gesundheit sind eng miteinander verknüpft: Es ist bekannt, dass Menschen mit höherem Bildungsniveau sich häufig mehr bewegen, gesünder essen, weniger Fernsehen und insgesamt gesünder leben – dadurch wird die Chancenverteilung noch ungleicher.  Es ist Aufgabe der Politik, für einen Chancenausgleich von Anfang an und für Bildungsgerechtigkeit zu sorgen!

Auch wenn kulturelle Bildung allen zugänglich ist, leistet sie einen Beitrag zur Verbesserung der individuellen und gemeinschaftlichen Gesundheit. Meine Rede zur kulturellen Bildung finden Sie hier.

Soziales und Gesundheit

Soziale Gerechtigkeit macht glücklich und gesund (Wilkinson, Pickett [2009]: Why equality ist better for everyone). In Ländern, in denen die soziale Schere weniger weit auseinander geht, leben die Menschen zufriedener und gesünder als in Ländern mit großen sozialen Unterschieden. Auch, ob ein Mensch eine angemessene Arbeit hat, von der er/sie leben kann, wirkt sich unmittelbar auf die Gesundheit aus – auch Mindestlohn kann Gesundheitsschutz bedeuten!

Finanzierbare Wohnungen in allen Stadtteilen, generationenübergreifendes Wohnen, gute Nachbarschaften, kurze Wege in den Quartieren – all das beugt der Vereinsamung und Vereinzelung vor, fördert das Gemeinwohl und so auch unsere Gesundheit.

Seelische Gesundheit

Krankschreibungen und Verrentungen aufgrund psychischer Krankheiten nehmen auch in Bremen zu.  Es ist notwendig, öffentlich und in den Betrieben und Bildungseinrichtungen Maßnahmen zur Förderung der seelischen Gesundheit weiter zu entwickeln. Den Wortlaut meiner Rede zur seelischen Gesundheit vor der Bremischen Bürgerschaft finden Sie hier.